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Wirtschaft
Rumänien ist ökonomisch eines der schwächsten europäischen Länder. Die derzeitige Regierung versucht zwar weiterhin, mit der Einführung marktwirtschaftlicher Strukturen der Lage Herr zu werden, was zwar nur sehr langsam, aber immerhin stetig gelingt. Dabei hat Rumänien hervorragende Voraussetzungen: Das Land ist reich an Bodenschätzen, vor allem an Erdöl und Erdgas. Die Vorkommen können nur nicht entsprechend gefördert werden, weil die technischen Anlagen veraltet sind und erst allmählich ausgetauscht werden können.
Zahlenspiegel (Stand: November 2001):
· BIP +4,9%
· Arbeitslosigkeit 9%
· Inflationsrate ca. 30%
· Lei - Richtkurs zum EUR per 30. 06. 2001 25.870,--; zum Jahresende 30.655,-- *
· Devisenreserven: 4 Mrd. US$
· Warenexporte 2001: 11,5 Mrd. US$ *
· Handelsbilanzdefizit: 3,9 Mrd. US$ *
· Auslandsschulden: 10,5 Mrd. US$
· Auslandsinvestitionen seit 1990: 7 Mrd. US$; 500 Mio. US$ in den ersten 6 Monaten
Die rumänische Regierung, die mit Jänner 2001 ihr Mandat antrat, verfolgt derzeit 3 prioritäre Ziele: Die Visafreiheit für Rumänen im Schengenraum (seit 1.1.2002 Realität), die EU-Mitgliedschaft und die Aufnahme in die Nato.
* Schätzung
Das Bombenattentat in New York hat die Chancen der Rumänen, bei der nächsten Nato-Erweiterungsrunde in Prag im Jahre 2002 berücksichtigt zu werden, nicht gerade erhöht. Außerdem steht Ungarn einem Natobeitritt Rumäniens eher skeptisch gegenüber. Die rumänische Armee und die ihr zugehörigen Betriebe sind ein träger Koloss, der unter massiven Budgetproblemen leidet und in der nächsten Zeit zigtausende Rüstungsarbeiter freisetzen muss. Diese Betriebe haben keine heimischen Aufträge und im Export sind sie nicht ausreichend konkurrenzfähig. Eine Nato-Mitgliedschaft ist in weiten Bevölkerungskreisen auch umstritten und würde erhebliche Budgetmittel binden, die derzeit wohl in der Verkehrsinfrastruktur, im Gesundheits- und Schulwesen besser investiert wären.
Was die Verhandlungen zur Erlangung der EU - Mitgliedschaft angeht sind langsame Fortschritte zu verzeichnen. Dennoch bildet Rumänien derzeit das Schlusslicht, mit vorläufig nur 8 abgeschlossenen Verhandlungskapiteln. Die EU-Perspektive bleibt jedoch ein wichtiger Hauptantrieb in der Reformpolitik unter Premierminister Nastase.
Die Privatisierung der noch staatlichen Betriebe schreitet nur langsam voran. Dennoch hat die Regierung kaum eine Wahl. Sie muss notorische Verlustbetriebe rasch veräußern oder schließen. Gelingt dies nicht, sind die makroökonomischen Stabilitätsziele, die vom IWF und der Weltbank vorgegeben sind, akut gefährdet.
Das Jahr 2001 hat durch ein Wirtschaftswachstum von 4,9% etwas Spielraum geschaffen. Es gelang, die Arbeitslosigkeit auf rund 9% zu drücken, die Inflationsrate bei ca. 30% zu stabilisieren und auch den Druck auf die rumänische Währung zu reduzieren. Die Ausfuhren erreichten rund 11,5 Mrd. US$, wodurch sich ein Handelsbilanzdefizit von 3,9 Mrd. US$ ergab.
Zur Verbesserung der Zahlungsbilanzsituation tragen jedoch auch die Transferzahlungen rumänischer Gastarbeiter im Ausmaß von rund 500 Mio. US$ (z.B. 80 000 rum. Bauarbeiter in Israel, welche die Palästinenser ersetzten) und die Strukturhilfen der EU durch Phare, Sapard und Ispa im Ausmaß von jährlich 640 - 680 Mio. EUR bei. |
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