Dieses Gefühl ist schwer zu beschreiben: Es lag irgendwo in der Mitte zwischen gespannter Vorfreude und Angst. Natürlich wusste ich, dass die "Zigeuner", die wir heute besuchen wollten, längst schon "ganz zahm" waren. Dennoch war mir nicht ganz wohl bei der Fahrt nach Hostad, einer kleinen Romasiedlung am Rand eines sonst von Ungarn-Rumänen bewohnten Dorfes.
Eindringlich instruierte uns Helga, die Leiterin unserer Hilfsorganisation, uns vor der Menge in Acht zu nehmen. So fuhren wir also - mit einem fast militärisch durchdachtem Aktionsplan für alle Fälle gerüstet - die holprige Schotterstraße hinauf ins kleine Dorf.
Wir wurden bereits erwartet. Eine auf den ersten Blick erschreckende Menschenmenge empfing uns und lief hinter dem Kleintransporter her. Auf einer Wiese gingen wir daran, unsere Mission gemäß den Instruktionen von Helga zu erfüllen.
Ganz klar: Zunächst mussten sich alle Mütter mit ihren Kindern in Zweierreihen aufstellen. Nur so konnte gewährleistet werden, dass niemand zu kurz und keiner zweimal an die Reihe kam. Genialer Plan! Danach wollten wir mit den Kartons, voll mit Süssigkeiten und Stofftieren an diesen Reihen entlanggehen und sie verteilen. Einer gibt Wafferl, zweiter gibt Stofftier, dritter macht Kreuz auf Kinderhand, dass dieses Wafferl und Stofftier erhalten hat.