Vorne fährt die Dnjepr jenes rumänischen Bikers, dem wir gerade bei einer Panne weitergeholfen haben. Danach die BMW von Gerd, meinem Freund. Beides Boxermotoren und doch so verschieden. Jahrzehnte, Welten, politische Systeme und Geschichte liegt zwischen dem gemeinsamen konstruktiven Ausgangspunkt und den beiden heute vor mir in Rumänien fahrenden Motorrädern.
Ein modernster Volvo Truck überholt ein Fuhrwerk. Die lachenden Gesichter und die umwerfende Freundlichkeit der Rumänen und die Vorurteile in der Heimat. Plattenbauten neben Jugenstilhäusern. Satellitenschüsseln auf wunderbaren uralten Holzhäusern. Die wunderbare Wildheit, Unberührtheit und Ursprünglichkeit der rumänischen Natur und die Blei-Batterie, die der rumänische Biker einfach in großem Bogen in die Wiese warf, als wir feststellten, daß sie defekt war.
Der Kontrast ist es, der den Blick schärft. Er ist es der die eigene Welt und das eigene Leben mit ihren Fehlern und ihren Stärken aufzeigt. Im Unterschiedlichen spiegelt sich das Eigene. Was kann unterschiedlicher und doch so nah sein, als das heutige Rumänien? Eine Welt von Gestern, die mit dem Heute kollidiert. Eine Welt im Umbruch.