Wussten Sie, dass Bram Stoker, der englische Autor, der durch seinen Vampirroman, den er Ende des 19. Jahrhunderts veröffentlichte, weltberühmt wurde, dieses Land nie bereist hat? Kein Wunder also, dass fast jeder die Geschichte von „Dracula“ kennt und sie mit dem sagenumwobenen „Transsilvanien“ verbindet, wenig real Geschichtliches erfährt. Ja, wo ist denn dieses Transsilvanien eigentlich?

Transsilvanien ist Teil des heutigen Rumäniens, eines EU-Landes also, das so wenige kennen und dennoch so viel zu bieten hat. Nein, nicht die Geschichten eines blutrünstigen Grafen, der nachts aus seiner Gruft steigt, um aus blassen Hälsen das Blut zu saugen. Transsilvanien, das die deutschen Siedler des Mittalters als „Siebenbürgen“ bezeichneten, ist die gesamte Region innerhalb des rumänischen Karpatenbogens. „Trans silva“ bedeutet übersetzt „jenseits der Wälder“ und das sagt auch schon viel über die Landschaft, die man hier vorfindet, aus. „Hinter den Wäldern“ findet man nicht nur Hinterwäldler, sondern eine Jahrhunderte alte Geschichte von deutschsprachigen Siedlern, die hier Land und Privilegien erhielten, um die Königreiche Mitteleuropas vor den Angriffen der Osmanen zu schützen. Befestigte Kirchenburgen zeugen noch heute von ihrer bewegten Geschichte, hundertfach wurde das Dorf von den Wandervölkern aus dem Osten abgebrannt, man verschanzte sich mit Kind, Kegel und Vieh innerhalb der Mauern der Wehrkirche und wenn der Angriff abgewehrt oder weiter gezogen war, baute man das Dorf in Nachbarschaftshilfe wieder auf.

„Nur wo du zu Fuss warst, bist du auch wirklich gewesen“ Johann Wolfgang von Goethe

Im Laufe meines Lebens habe ich viele Reisen unternommen und habe viele Länder gesehen. Allerdings: blicke ich zurück, kann ich klar sagen: „je langsamer man unterwegs ist, desto intensiver ist das Erlebnis“. Während der Pauschaltourist im Reisebus lediglich als schnelle Einkommensquelle angesehen wird, der Individualreisende im Mietwagen oder Wohnmobil – je nach Saison – von den Einheimischen noch als angenehme Abwechslung oder aber als Störfaktor betrachtet wird, ist ein Wanderer immer willkommen. Und so ergibt sich so manche nette Unterhaltung am Dorfbrunnen, im kleinen Tante-Emma-Laden des Dorfes oder bei der Begegnung mit Hirten und Kleinlandwirten.

Weitwanderwege gibt es weltweit viele, der Bekannteste ist wohl der „Via de Compostela“, aber man kann mittlerweile viele wunderbare Regionen Europas und der Welt auf markierten Pfaden erkunden. Im Jahr 2018 hatte eine findige rumänische Gruppe die Idee, internationalen Beispielen folgend, auch hier einen Weitwanderweg zu kreiieren, mittlerweile wurde dieser auf 1.400 km ausgeweitet und quert das Land vom Nordosten – der Bukowina bis Südosten – dort wo die Donau den Grenzfluss zu Serbien bietet. 1.400 km durch ein recht unbekanntes Land, bis 1989 ganz hinter dem Eisernen Vorhang versteckt, wo die Zeit seit hunderten Jahren still zu stehen scheint. Eine in Europa einzigartige Biodiversität findet man entlang der Wege, dazu historische Städte und Burgen, die während der kommunistischen Ära im Dornröschenschlaf konserviert waren.

Heute ist Rumänien Teil des vereinten Europas und dennoch vielen unbekannt. An vielen Orten trifft man noch auf deutschsprachige Bewohner, wenn auch der grösste Teil der früheren „Siebenbürger Sachsen“ – wie man die deutschen Siedler im Gebiet des heutigen Rumäniens nannte – nach der Revolution 1989 fluchtartig das Land verlassen hat. Geblieben sind ihre Architektur, sie haben Landschaften und Sprache geprägt, „deutsch“ gilt immer noch als ultimatives Qualitätsmerkmal in Rumänien und an vielen Orten findet man Hinweise auf ihre Jahrhundete währende Präsenz in Transsilvanien.

Selbstverständlich kann man die Via Transilvanica auch eigenständig erkunden – es gibt eine gute Dokumentation und Wegbeschreibung hier

Allerdings macht es eine Reise bedeutend leichter und komfortabler, wenn Sie sicher gehen können, dass Ihre Unterkünfte bereits vorab reserviert wurden, Sie vom Flughafen oder Bahnhof abgeholt und zum Ausgangspunkt der Etappe gebracht werden und Sie Ihr gesamtes Gepäck nicht auf jeder Tagesetappe tragen müssen, sondern wir dies für Sie von Unterkunft zu Unterkunft transportieren. Sie gehen lediglich mit leichtem Tagesgepäck und bei grosser Hitze oder schlechtem Wetter ist auch das oft schon eine grosse Herausforderung. Sollte etwas Unvorhergesehenes passieren und Sie die Wanderung abbrechen müssen, steht Ihnen Ihr Reiseassisten immer zur Seite und organisiert alles Nötige. Eigenständig wandern, aber im Hintergrund immer eine Organisation, die zur Seite steht, wenn es nötig ist – das ist unser Konzept der 2-wöchigen Wandertour „Wandern auf der Via Transilvanica“ , die modular aufgebaut ist und man entweder als 2-wöchige Kombitour oder aber jedes Modul einzeln (Wochentouren) buchen kann. Gewählt haben wir aus der gesamten Strecke der Via Transilvanica zwei der spektakulärsten Regionen – machbar für jeden halbwegs erfahrenen Wanderreisenden.

An-/Abreise erfolgt individuell nach Sibiu, mit günstigen Flugverbindungen aus Deutschland, Österreich, Schweiz (Lufthansa, Austrian, Swiss, WizzAir…) sowie komfortablen Nachtzügen aus Wien und Budapest. Wanderfit sollten Sie für bis zu 30 Tageskilometern (mit leichtem Gepäck) und 700 Höhenmeter sein. Und, selbstverständlich, sollten Sie die Neugierde und Offenheit mitbringen, die dann unterwegs die wunderbaren Begegnungen mit anderen Wanderern und Einheimischen ermöglichen, die dann noch lange im Gedächtnis bleiben.

 

 

 

Spüren wir die globale Erwärmung oder war es einfach nur ein kurzer Winter? In jedem Fall freuen sich die Esel (und ich) über fast sommerliche Temperaturen im April und die Natur tut es auch. Jetzt, mindestens zwei Wochen früher als in Jahren zuvor, stehen die fast 60 Jahre alten Birnbäume unseres Obstgartens in voller Blüte, gleichzeitig die Kirschen und dem Gras kann man fast beim Wachsen zusehen. Die Tage sind schon länger und es gibt jede Menge zu tun.

Mit einem Teil der Eselherde – den fünf Jungs – sind wir bereits auf die Sommerweide übersiedelt. In den letzten Monaten war der Zaunbau und das Aufstellen einer alten Scheune als Unterstand für sie meine Hauptaufgabe. Es macht grosse Freude zu sehen, wie es den Tieren dort gefällt – reichlich Auslauf und frisches Futter. Nuca, der vierjährige Eselwallach, der erst vor ein paar Wochen zu uns kam, hat sich prächtig eingelebt. Ein wenig scheu ist er noch, aber geniesst es offensichtlich, (artgerecht) unter seinesgleichen zu leben.

Anfang dieser Woche fand auch die erste Eselwanderung mit Gästen in diesem Jahr statt. Wir hatten herrliches Wetter, und, nach einem herzhaften Picknick – wenn auch ein wenig müde – kamen alle am Nachmittag glücklich und mit neuen Erfahrungen im Gepäck wieder in unserem Gästehaus Casa Lisa an.

Und auch im Garten, im Gewächshaus und auf den Feldern tut sich jetzt einiges. Die ersten Kartoffelpflanzen kucken schon aus dem Boden, wir ernten Radieschen, Salat, Kräuter und Frühlingszwiebel und im Wald finden wir frischen Bärlauch.

Neben dem Bau der Sommerweide, ist das Frühjahr auch die Zeit, um, nach den Wintermonaten, verschiedene Massnahmen für die Gesundheitsvorsorge der Esel zu treffen, dazu gehört neben dem Schneiden der Hufe die interne und externe Behandlung gegen Parasiten. Das bedeutet nicht nur Aufwand, sondern auch erhebliche Kosten. Wenn Sie einen kleinen Beitrag dazu leisten wollen, dass wir unseren Selbstversorger-Eselhof auch weiterhin mit viel Freude und Einsatz erhalten können, freuen wir uns, wenn Sie uns mit einer Spende oder Eselpartnerschaft unterstützen. Oder – wenn Sie vielleicht mal in unserer Gegend sind – melden Sie sich für einen Besuch auf der Donkey Farm oder noch besser für eine geführte Eselwanderung an.

Hier geht es zur Vorstellung der Eselfamilie

Hier finden Sie den Link zu einer PayPal-Überweisung: Jetzt spenden

Vielen Dank – im Namen der gesamten Eselfamilie!

Als kleinen Beitrag zur Vermeidung von mehr CO2 Emissionen durch den weltweit ansteigenden Flugverkehr biete ich ab dem Jahr 2020 allen Gästen, die per Bahn anstatt Flugzeug anreisen, 5 % Preisnachlass auf meine Touren an.
Ja, es ist richtig: die Fluganreise ist bequem und oft sogar günstiger als alternative Verkehrsmittel. Aber ausser dem Umweltaspekt sollten Sie noch ein anderes Argument berücksichtigen: Sie reisen in ein Land, in dem viele Menschen ihren Alltag noch recht gemächlich leben. „Entschleunigung“ heisst eines der Schlagworte unserer schnelllebigen Zeit. Bei einer Bahnreise werden Sie nicht ins Land „einfallen“. Sie kommen gemächlich an, treffen unterwegs schon andere Reisende, ganz sicher auch Rumänen, die oft deutsch sprechen, da sie als Gastarbeiter im Ausland arbeiten. Und Sie werden sehen: man kommt schnell ins Gespräch!
Natürlich ist es kein „muss“ aber vielleicht hilft dieser kleine finanzielle Anreiz ja bei Ihrer Entscheidung, doch mal wieder auf die gute alte Art zu reisen? Übrigens gibt es sehr gute Bahnverbindungen mit Nachtzügen von Wien oder Budapest!
Unter http://bahn.de finden Sie Ihre optimale Verbindung.

Der Sommer im transsilvanischen Dorf ist intensiv. Neben der Heuarbeit und der Ernte und Verarbeitung von Gemüse gibt es auch mit meinen touristischen Aktivitäten immer reichlich zu tun. Aus diesem Grund kommen die „Updates“ hier im Blog leider etwas zu kurz.

Wenn Sie sich für das Leben hier in Cund interessieren, vielleicht sogar schon mal als Gast hier waren, so empfehle ich Ihnen, meinem Konto auf Instagram zu folgen.
https://www.instagram.com/casa_in_natura/

 

Ein Thema, das mir seit Jahren persönlich am Herzen liegt:

In Zeiten weiblicher Emanzipation und abwesender Väter ist das männliche Rollenbild ins Wanken geraten. Leider hat sich daraus eine Orientierungslosigkeit unserer Söhne entwickelt, geprägt vom Weltbild oft allein erziehenden Mütter, von Frauen in Kindergarten bis Schule fehlt es den männlichen Kindern und Jugendlichen häufig an einem „männlichen“ Vorbild. Als Gegenkonzept zur feministischen Erziehung stehen ihnen oft nur gewaltverherrlichende männliche Charaktere aus Film und Videospielen zur Wahl. Mister Knallhart und Unverwundbar. Beide Extreme bringen den männlichen Jugendlichen auf der Suche nach ihrer gesunden Rolle als männliches Mitglied dieser Gesellschaft, als Vorgesetzter, Kollege, Partner, Ehemann, wenig Orientierung.

Nach vielen Jahren der Frauenbewegung hat sich seit einigen Jahren nun auch eine Männerbewegung entwickelt. Wir wollen nicht das Feindbild sein, und schon gar nicht für unsere Kinder!

Vor diesem Hintergrund habe ich ein neues Tourangebot entwickelt – das VATER-SOHN-ERLEBNISCAMP. Ein verlängertes Wochenende, nur für Männer erlaubt. Von 8 bis 80 Jahren. Wir wollen mal richtig unter uns sein und uns „ganz spüren“. Unsere Muskel, unsere Grenzen, unsere Werte und – in gemeinsamen Gesprächen – unsere Sorgen und Wünsche.

Maximal vier Vater-Sohn-Teams treffen sich im Herzen Transsilvaniens, wir fällen Bäume um uns daraus ein Camp zu bauen, wir kochen am Lagerfeuer, schlafen im Zelt unter dem Sternenhimmel. Und wir gehen auf Expedition mit den Eseln. Vertrauen, Fürsorge und Achtsamkeit sollen die drei Säulen sein, auf die wir unsere Vater-Sohn-Beziehungen aufbauen wollen und unsere gemeinsame Zeit wird uns helfen, diese aufzubauen und zu vertiefen.

Ich biete diese Tour zunächst zu zwei Terminen im Jahr 2019 an: Pfingsten (08. – 11.06.) und in den Sommerferien (27. – 30.07.). Da die Plätze begrenzt sind, macht frühes Buchen Sinn!

Alle Details finden Sie hier